Das Onlinelabor für Digitale Kulturelle Bildung

Das Onlinelabor für Digitale Kulturelle Bildung ist ein von 2017 bis 2021 im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts Digitalisierung in der kulturellen Bildung durchgeführtes Forschungsprojekt der Abteilung Medienpädagogik / Bildungsinformatik und dem Kunsthistorischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Unter dem Motto “Zeige Deine Welt. Entdecke Vielfalt. Gestalte Digitale Kultur!” hat das Projekt neue Formen der aktiven und forschenden Auseinandersetzung mit Mediennutzungspraktiken entwickelt und erprobt. Im Mittelpunkt stand hierbei die sowohl explorative-spielerische wie auch kritische Auseinandersetzung mit Sozialen Medien und den Möglichkeiten ihrer Nutzung. Das Projekt hat Menschen unterschiedlichen Alters in einem partizipativen Prozesse dabei begleitet, konkrete Erfahrungen zu dokumentieren und aktuelle Themen- und Fragestellungen zu identifizieren, um auf diesem Wege einen Beitrag zur Diskussion um die kulturelle Bedeutung Sozialer Medien zu leisten. Im Rahmen regionaler und überregionaler Forschungswerkstätten haben die Teilnehmer°innen hierzu ihre eigenen Praktiken des ästhetischen Ausdrucks im alltäglichen Umgang mit Sozialen Medien erforscht.

Das Verständnis digitaler kultureller Bildung

Ausgangspunkt des Onlinelabors für Digitale Kulturelle Bildung war die Annahme, dass Kultur über die etablierten Kulturinstitutionen hinausgeht und auch digitale Alltagspraktiken wesentlicher Bestandteil von Kultur und einer hiermit einhergehenden kulturellen Bildung sind. Kulturelle Bildung vollzieht sich gerade in (digitalen) Medienwelten größtenteils informell und im alltäglichen Umgang mit den Medienprodukten und -technologien jenseits formaler Bildungsangebote. Kulturelle Bildung wurde im Rahmen des Projekts als eine aktive Positionierung gegenüber etablierten Ausdrucksformen verstanden. Dabei nimmt jede Artikulation, jedes Posting, jeder Hashtag, jeder Kommentar wiederum Einfluss auf die gemeinschaftlichen Handlungs- und Erfahrungshorizonte, innerhalb derer sich die Akteure bewegen. Ein Verständnis der sich entwickelnden digitalen Kulturen und der sie begleitenden Prozesse der ästhetischen Selbstbildung und -artikulation erfordert daher einen Perspektivwechsel, der die beteiligten Akteure sowohl als Lernende wie auch als Expert°innen ihrer eigenen medialen Praktiken adressiert.

Zum methodischen Vorgehen

Das Onlinelabor für Digitale Kulturelle Bildung ist einem partizipativen Forschungsansatz gefolgt und hat die Teilnehmer°innen aktiv in die Prozesse der Themensetzung, der Datenerhebung und -analyse, wie auch der Ergebnisdarstellung mit einbezogen. Ziel war es hierbei die Teilnehmer°innen sowohl als Expert°innen ihres Alltags wie auch Lernende und Mitforschende zu adressieren.

Im Rahmen moderierter Forschungswerkstätten wie auch von Mitmachausstellungen hatten die Teilnehmer°innen die Möglichkeit, sich ausgehend von ihren persönlichen Erfahrungen und Nutzungspraktiken mit unterschiedlichen Aspekten Sozialer Medien, wie etwa der Bedeutung von Likes, dem Ausdruck von Emotionen oder dem Einfluss von Algorithmen zu befassen. Im Vordergrund stand hier bei sowohl die individuelle Reflexion des eigenen Tuns wie auch der Erfahrungsaustausch mit anderen anhand thematischer ›Forschungsimpulse‹, um die vielfältigen Möglichkeiten im Umgang mit sozialen Medien sichtbar zu machen.

Die Forschungsimpulse, anhand derer auch die Beiträge in diesem Archiv organisiert sind, setzen an den individuellen Erfahrungen der Teilnehmer°innen an und laden entweder zu einer beobachtend-dokumentierenden oder einer spielerisch-explorativen Auseinandersetzung mit verschiedenen Themenfeldern an. Die Forschungsimpulse greifen thematisch sowohl aktuelle Diskussionen um Soziale Medien wie auch die Fragen und Themensetzung der Teilnehmer°innen mit auf.

Die inhaltliche Ausgestaltung der Beiträge war den Teilnehmer°innen weitgehend selbst überlassen, wobei sie allerdings darum gebeten wurden, ihre eigenen Erfahrungen soweit als möglich an konkreten Beispielen zu illustrieren. Die Veröffentlichung der Beiträge war den Teilnehmer°innen vollkommen freigestellt. Die im Rahmen des Archivs verfügbaren Ausarbeitungen bilden insofern nur einen kleinen Ausschnitt der insgesamt erstellten Beiträge.

Eine ausführlichere Darstellung des konzeptuellen Rahmens und des methodischen Ansatzes ist in folgender Publikation frei verfügbar:

Allert, H., Ide, M., Richter, C., Schröder, C., & Thiele, S. (2019). Soziale Medien als kultureller Bildungsraum - Das Onlinelabor für Digitale Kulturelle Bildung. In B. Jörissen, S. Kröner, & L. Unterberg (Hrsg.). Forschung zur Digitalisierung in der Kulturellen Bildung (S. 63-78). München: Kopaed. https://www.pedocs.de/frontdoor.php?source_opus=18486